Die amtliche Bezirkskarte kennt sie noch unter der Bezeichnung “Gene-ralsgarten” : die durch schöne alte Bäume ausgezeichnete Grünanlage zwischen Paul- und Spenerstraße in Moabit. Seit 1965 heißt sie “Carl von Ossietzky-Park” nach dem streitbaren Publizisten, der in seiner Zeit-schrift ” Weltbühne” unentwegt gegen Militär und Generale kämpfte und sich für den Frieden einsetzte. Als man ihm 1935 den Friedensnobel-preis verlieh, durfte er ihn nicht annehmen; drei Jahre später ist er, 49jährig, an den Folgen der KZ-Haft gestorben. Sein Freund Lion Feuchtwanger sagte von Ossietzky: “Für den Frieden schrieb er, für den Frieden lebte er, für den Frieden ging er ins Gefängnis, für den Frieden wurde er gekrönt, für den Frieden starb er.”
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Vom Generalsgarten zum Carl von Ossietzky-Park
Samstag, 10. April 2010Moabit wollte durch Einsamkeit des Gemüts von der Welt befreien
Mittwoch, 07. April 2010Ein alter Regierungsbaurat, der es schließlich wissen mußte, hat einmal erzählt, daß es im preußischen Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten einen großen Schrank gab, in dem die Regelentwürfe für die Staatsbauten lagen.
Wenn auch die einzelnen Schubfächer durch ihre Aufschriften die Schulen und Kirchen, die Bahnhöfe, Gerichtsgebäude, Kasernen und dergleichen mehr streng voneinander schieden, so hatten die Entwürfe doch eines gemeinsam: Alle Gebäude waren in sogenannter Imponier- oder Einschüchterungsarchitektur gehalten.
Zum Besten der Bewohner dieser Gegend schuf man den Friedrichshain
Montag, 05. April 2010“Der Tag, an welchem vor hundert Jahren König Friedrich II. den Thron bestieg, ist ein zu wichtiger Moment in der Geschichte des preußischen Staats und dessen Hauptstadt, als daß die hiesigen Communalbehörden denselben ohne die dankbarste Erinnerung vorüber gehen lassen könnten.” Mit diesem Satz im altfränkischen Kanzleistil des Vormärz beginnt eine Bekanntmachung des Magistrats und der Stadtverordneten von Berlin, die am 30. Mai 1840 “dem Volke mitgeteilt” wurde.
In ihr heißt es weiterhin: “Nidit minder wird zum bleibenden Gedächtnis Friedrichs des Großen noch im Laufe dieses Jahres vor dem Prenzlauer und neuen Königstor der Stadt, zum Besten der Bewohner dieser Gegend, unter dem Namen Friedrichshain ein Erholungsplatz angelegt werden, in der Art des Tiergartens, mit dessen Verbesserung der gefeierte König seinen Anfang gemacht hat.” Kußerer Anlaß für den Beschluß der Stadtväter war die zwei Tage später, am I. Juni 1840 erfolgte Grund-steinlegung des Denkmals für den Preußen könig auf der vom Großen Kurfürsten angelegten Repräsentationsstraße Unter den Linden.
Mit Roß und Wagen im Lietzensee untergegangen
Samstag, 03. April 2010Wie oft bin ich schon gefragt worden, ob es denn stimme, daß einst ein am Rande des Lietzensees ackernder Bauer samt Roß und Wagen in den unergründlichen Fluten des Sees versunken sei. Es stimmt natürlich nicht, und diese Wandersage wird auch von anderen Orten berichtet, So von dem früheren Fenngelände zwischen Wilmersdorf und Schöneberg. das vor dem Ersten Weltkrieg in einen hübschen ‘Park umgewandelt wurde.
Wenn der Lietzensee auch nur kaum zwei Meter tief ist (mit einer drei Meter dicken Schlammschicht, die demnächst ausgebaggert werden soll), so waren unsere Vorväter anderer Meinung. Wilhelm Schwartz hat den See in seinen 1871 erstmals erschienenen “Sagen und alten Geschichten der Mark Brandenburg” als grundlos bezeichnet. “Das hat auch Herr von Witzleben gemerkt, der hat im Lietzensee nämlich eine Insel anlegen wollen. Aber soviel er auch Schutt und Erde hat hineinwerfen lassen, er hat doch keinen Grund bekommen.”
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Auf der Pfaueninsel regierte “Mutter Friedrich”
Mittwoch, 31. März 2010Obwohl schon über hundert Jahre seit dem Tod von .Mutter Friedrich vergangen sind, wird immer wieder bei der Schlösserverwaltung nach dem Verbleib ihrer Topf- und Tassensammlung gefragt. Was, Sie haben noch nichts von dieser Dame und ihren Souvenirs gehört? Da kennen Sie aber unseren Fontane schlecht, der im Pfaueninsel-Kapitel des Havelland-Bandes seiner märkischen Wanderungen, das 1872 geschrieben wurde, der “Frau Friedrich” einen besonderen Abschnitt widmete.
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