Archiv für September 2009

Prominenz am Kupfergraben

Montag, 28. September 2009

Wenn sie gelegentlich auch als Romantiker verspottet werden, so gibt es dennoch genug Leute, die sich für das alte Berlin interessieren. Früher war das nun kein Problem. Man ging oder fuhr in die Keimzellen der Schwesterstädte Berlin-Kölln; etwa in die Gegend der Klosterstraße oder in die Brüderstraße, wo es dicht beieinander ganze Häuserreihen gab, die ihre zweihundert und mehr Jahre auf dem altersgrauen Buckel hatten. Trotz der in der unglückseligen Spätzeit des 19. Jahrhunderts vertretenen, auch heute noch nicht restlos überwundenen Meinung, dass die Mißachtung alter Baudenkmäler zum Fortschritt gehöre und ein Beweis freiheitlicher, demokratischer Gesinnung sei, waren viele architektonische Zeugen der Vergangenheit erhalten geblieben.

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Der 150jährige Kreuzberg

Freitag, 25. September 2009

“An keinem anderen Ort habe ich so, dauerhaft’ gewohnt und gearbeitet wie in Berlin; immerhin dreiunddreißig Jahre.” Das hat Theodor Heuss bekannt, und so spielen in seinen “Erinnerungen 1905-1933″ die Berliner Jahre eine wesentliche Rolle. In diesen Memoiren führt er den ihm befremdlich klingenden Namen der Monumentenstraße in Schöneberg auf einst hier befindliche Werkstätten von Grabsteinmetzen zurück. Dass die Straße aber geradenwegs auf das früher “Monument” genannte Nationaldenkmal der Freiheitskriege auf dem Kreuzberg zuläuft, dürfte Heuss übersehen haben, der auf seiner schwäbischen Schulbank sicherlich nicht soviel mit preußischer Geschichte gequält wurde wie ein Berliner Junge während der Kaiserzeit.

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Das Nicolaihaus in Alt-Kölln

Sonntag, 20. September 2009

So mancher, der in den letzten Jahren auf die des Öfteren in Aussicht gestellten Passierscheine hoffte, hatte sich nicht nur auf das Wiedersehen mit Verwandten gefreut, sondern wollte auch durch Augenschein feststellen, was der mit dem 20. Geburtstag der DDR ursächlich verbundene “Neuaufbau eines sozialistischen Stadtzentrums” vom alten Berlin übrigließ. Schließlich ist man lange nicht mehr “drüben” gewesen.

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Das Ermelerhaus – ein Abgesang

Mittwoch, 16. September 2009

Das Ermelerhaus stand in der Breiten Straße, aber deren Fluchtlinien entsprachen trotz des Namens durchaus nicht den Ansprüchen, die an eine Aufmarschstraße zur “Nationalen Demonstrarionsstätte” auf dem Marx-Engels-Platz gestellt wurden. Als die Westberliner Zeitungen im März 1960 den bevorstehenden Abbruch dieses letzten Anschauungsobjekts friderizianischer Bau- und Bürgerkultur meldeten, wurde die Nachricht bereits 24 Stunden später vom Magistrat in Ost-Berlin als “ein besonders plumper Schwindel” bezeichnet. Man verwies auf die “völlig erneuerte Fassade” und schloß mit der Versicherung: “Das Gebäude wird selbstverständlich auch in seinem Innern wieder ausgebaut und später einem repräsentativen Zweck zugeführt. ”

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Zweihundert jährige Naturforscher-Gesellschaft

Samstag, 12. September 2009

An berlinischen Superlativen mangelt es wahrlich nicht. Doch halten sie näherer Prüfung zumeist nicht stand, wie beispielsweise die “älteste Gaststätte”, die “kürzeste Straße” oder das “kleinste Haus” unserer Stadt. Unbestreitbar aber bleibt, dass die “Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin” die älteste naturwissenschaftliche Vereinigung der Spreemetropole und jetzt da die früher (1743) entstandene Naturforschende Gesellschaft in Danzig nicht mehr existiert – auch die älteste Deutschlands ist; 1973 konnte sie ihr 200jähriges Bestehen feiern.

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